Escholzmatt

Aus Stammbaum Zemp & Duggen
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Alternative Namen

  • 1240: Aesholtismate
  • 1306: Escholzmatte


Geschichte

Die Besiedlung des Entlebuchs erfolgte im Vergleich zu anderen Regionen verhältnismässig spät. Der Ortsname Escholzmatt ist urkundlich erstmals im 12. Jahrhundert (1160) als "askolvismatten" feststellbar. Das Gemeindewappen mit dem Turm auf dem grünen Dreiberg erinnert daran, dass sich die ehemalige habsburgische Herrschaft auf je eine Burgfeste auf dem Hinderchnubel und in Wiggen stützte. Die flankierenden Kreuze stellen den Bezug zu den Deutschrittern von Sumiswald her.

Escholzmatt auf der Wasserscheide zwischen Bern und Luzern ist zwar eindeutig auf Luzern ausgerichtet, neigt sich auf der Südwestseite aber auch gegen die bernische Nachbarschaft. Seit dem Sempacherkrieg 1386 gab es immer wieder Kriegsleute aus unserer Talschaft, die auf der Seite Luzern auf verschiedenen Schlachtfeldern ihren Mann stellten. Als die Herrschaft der städtischen Obrigkeit von Luzern den Entlebuchern zu streng wurde, wehrte sich die Landschaft im Bauernkrieg (1653), wobei Escholzmatt in Christian Schybi den militärischen Führer stellte. Der Aufstand der Bauern scheiterte kläglich, und mit Schybi mussten weitere Entlebucher ihren Mut mit der Hinrichtung bezahlen. Ein Denkmal auf dem Dorfplatz hält das Andenken an Christian Schybi und seinen Mitstreiter Hans Emmenegger wach.

Ein weiteres Denkmal – mitten auf der Wasserscheide zwischen Kleiner und Grosser Emme – erinnert an den ehemaligen Pfarrer von Escholzmatt, Franz Joseph Stalder (1757 - 1833), der als eine der wichtigsten Gestalten der Schweizer Kulturgeschichte und als Begründer der deutschweizerischen Dialektologie gilt.

Quelle: http://www.escholzmatt.ch/index.php?id=43

Geographisches Lexikon der Schweiz (1902-1910)

ESCHOLZMATT (Kt. Luzern, Amt Entlebuch). 854 m. Gem. und Pfarrdorf, auf der Wasserscheide zwischen Grosser und Kleiner Emme, am Fuss der Beichlen, an der Strasse Luzern-Langnau. Station der Linie Bern-Luzern. Postbureau, Telegraph, Telephon. Gemeinde, mit Eischachen (Hinter und Vorder Hilferen, Obacher), Weissemmen, Glichenberg, Lehn, Vordergraben, Wiggen und Schnerlen : 485 Häuser, 3127 Ew., wovon 2770 Katholiken und 357 Reformierte ; Dorf : 25 Häuser, 365 Ew. Ackerbau und Viehzucht. Fabrikation von Kaschmirtuch, Liqueur und Zuckerwaaren. Heimat von Christian Schibi, des Führers im Bauernkrieg von 1653. Man plant, ihm hier ein Denkmal zu errichten. 1240: Aesholtismate; 1306: Escholzmatte. Seit einigen Jahren hat sich Escholzmatt zur Sommerfrische entwickelt.

Quelle: Geographisches Lexikon der Schweiz (1902-1910)

Literatur

  • Bitzi Albert, Pfarrei und Pfarrherren von Escholzmatt. Schüpfheim 1960.
  • Brandstetter J.L., Urkunde zur Pfarrgeschichte von Escholzmatt. In: Gfr. 54, 1899, S. 365 ff.
  • Leisibach G., Petermann N., Furrer M., Geschichte der Kaplanei Escholzmatt. In: BHE 6, 1933, S. 85-152.
  • Weber Peter Xaver, Beiträge zur Heimatkunde von alt Escholzmatt. In: BHE 16, 1943, S. 92-106.
Quelle: http://www.staluzern.ch/luzern/orte.html